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Rezension in: Wege zur Erarbeitung der Anthroposophie, 5/2000
von Barbara Wagner
Ein offenes, beeindruckendes Buch voller Schwierigkeiten. In einem langen Gespräch (wohl mit Tonbandaufnahme) zwischen Emanuel Zeylmans und Wolfgang Weirauch, bei dem auch Cordula Zeylmans mit dabei war, werden die Hintergründe, das Ringen und die Ereignisse um die Dokumentation der Biographie von Ita Wegman offengelegt.
Diese ist in drei Bänden in den Jahren 1992/93 erschienen, und Emanuel Zeylmans hat mit ihnen zugeschüttete und verworfene anthroposophische Wirklichkeit wieder ins Bewußtsein gebracht. Zwölf Jahre hat es gebraucht, bis der erste Band erscheinen konnte.
Während den umkämpften achtziger Jahren stand er in einem Ringen, das bis an gesundheitliche Grenzen ging, um die Verleugnungen, die über Ita Wegman in der Anthrosophischen Gesellschaft gesponnen worden waren, wieder durchsichtig zu machen und aufzudecken. Im Jahr der Maueröffnung zwischen Ost und West, 1989, wurde es dann möglich, das Vorgenommene mit Hilfe von Friedmut Kröner zu verwirklichen.
In dem Gespräch kommt die ganz persönliche Seite Emanuel Zeylmans hervor, seine innere, geistig-seelische Entwicklung an dieser selbstgesetzten Aufgabe. Jakob Streit hat in den Mitteilungen aus der anthroposophischen Arbeit in Deutschland, Ostern 1997, eine Besprechung veröffentlicht, mit einigen Klärungen von seiten der Nachlaßverwaltung.
Durch die Fragestellungen Wolfgang Weirauchs an Emanuel Zeylmans zeigt sich im Laufe des Buches, daß es wohl nur wenigen hätte gelingen können, das Werk solcher Dokumentation zu leisten. Da war die Individualität von Emanuel Zeylmans innerhalb seines karmischen Umkreises sicherlich notwendig. Daß Verstorbene und Elementargeister bei dem Werk mithelfen konnten, muß auch anerkannt werden.
Im Ganzen wird wahrnehmbar, daß die drängende Not um die verstoßene Weihnachtstagung sicherlich der Anlaß war, diese ganz persönliche Dimension zu offenbaren. Emanuel Zeylmans hat sich mitten hineingestellt in die Gesellschaftskonflikte und Position für Ita Wegman und die mit ihr Verfehmten eingenommen. Im ruhigen Anschauen dessen, was schicksalshaft vor uns liegt, können wir auch das Verbindende und Heilende wahrnehmen.
In Marie Steiner wirkte auch eine besondere Individualität. Ihr Wesen war ganz Opfergesinnung für das durch Rudolf Steiner Empfangene. Aber elementarisch konnte sie anderen gegenüber wirken. Es wird erzählt, daß ihr zu begegnen nicht immer ein Wunsch gewesen sein kann. Gegenüber Ita Wegman wirkte diese Seite in ihr über-mächtig. Ihre Künstlerseele kümmerte sich manchmal recht wenig um das Leid der anderen. Da forderte sie dieselbe Hingabe, die sie Rudolf Steiner zu geben bereit war. Darauf konnte Rudolf Steiner mit der Gabe der Anthroposophie von Anfang an bauen. Ihre Pflicht war es, dieses Werk zu schützen. Das Recht wurde ihr von Rudolf Steiner zugestanden.
Vor der Weihnachtstagung erwog Rudolf Steiner, sich mit einem kleinen Kreis von Schülern zurückzuziehen. Da wäre Marie Steiner sicherlich mit dabei gewesen. Er tat es nicht, sondern im Grundsteinspruch formte er das Urbild des sozialen Zusammenwirkens der Zukunft. Daran war Ita Wegman maßgeblich beteiligt.
Ita Wegman war noch mit “viel Gestrüpp” wie Rudolf Steiner formulierte verhaftet und sicherlich nicht ganz so ideal. Aber Rudolf Steiner konnte ihr vertrauen mit all seiner Einsicht und Liebe.
Dieses Verständnis wollte auch Emanuel Zeylmans wecken. Mit der Frage umzugehen, ob nicht noch etwas Unlösbares gewirkt hat, erscheint auch drängend. Es kann vielleicht erst in Zukunft gelöst werden. Wir jedenfalls können immer wieder anknüpfen. Nur im Erwidern des Geschenkten wird es erhalten.
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