Sonderhefte

Fenster zum Kosmos

Die Episteln der Christengemeinschaft

ISBN: 978-3-945916-08-7
Einband: kartoniert
Informationen: 208 Seiten
Inhaltsverzeichnis: Download als PDF
Preis: 19,80 €

Kurzbeschreibung

Mit Beiträgen von:
Verena Staël von Holstein, Wolfgang Weirauch und ein Geistwesen

Im Kultus der Christengemeinschaft werden verschiedene Episteln gesprochen. Dies sind Festgebete, Jahreszeitengebete, von denen es 13 verschiedene gibt. Die Episteln sind Fenster für den jeweiligen Moment im Jahreslauf und in der betreffenden Festeszeit und schildern das lebendige Geschehen, welches im Kreislauf der Jahresfeste lebt. Dadurch wird der Kultus in die tatsächliche zeitliche Realität eingebettet, und der Mensch kann dies aktiv erleben und mitvollziehen.
Inhalt dieses FLENSBURGER HEFTES sind Gespräche mit dem Großen, einem geistigen Wesen. Indem wir den Wortlaut der Episteln und ihre geistigen Hintergründe besprechen, möchten wir Bausteine zum Verständnis der vielen Perlen beitragen, die in den Inhalten der Jahreszeitengebete schlummern.

Rezension bei Amazon von Rainer Herzog:

"Auf meine Frage, was man denn tun könne, um sich für damaskusähnliche Christuserlebnisse vorzubereiten, entgegnete Rudolf Steiner: "Das ist erst möglich, wenn man Christus im Jahreslauf erlebt" (Friedrich Rittelmeyer "Meine Gespräche mit Rudolf Steiner" S. 52)

Mit dem vorliegenden Flensburger Heft ist ein weiterer Band der Reihe erschienen, welche das Ziel hat, die Inhalte der Menschenweihehandlung, des Gottesdienstes der anthroposophisch orientierten Christengemeinschaft, verstehbarer zu machen. Es handelt sich um ein Gespräch Wolfgang Weirauchs mit dem "Großen", einem Mitglied der Hierarchien, vermittelt durch Verena Stäel von Holstein. (Eine ausführliche Darstellung über das Zustandekommen dieser Gespräche findet man u.a. in FH 80 und FH 107).

Nachdem es im Band "Der Kultus der Christengemeinschaft", FH 124, um die eigentliche Bedeutung und die Inhalte der Menschenweihehandlung gegangen ist, geht es in "Fenster zum Kosmos" um die Episteln, die in den Jahreslauf eingestreuten Zeitengebete dieses Gottesdienstes (Die Episteln sind jeweils vor den Gesprächen abgedruckt).

Es ist daher naheliegend, das vorliegende Buch nicht "in einem Rutsch", sondern parallel zu der jeweiligen Festeszeit zu lesen. Ich persönlich mache es so, dass ich die anstehende Epistel über einen gewissen Zeitraum laut und leise für mich lese und darüber nachsinne/meditiere. Danach erst lese ich das Gespräch W.Weirauchs mit dem Großen zur Epistel.

Um es kurz zu formulieren: Für den regelmäßigen Besucher der Menschenweihehandlung ist das vorliegende Buch ein unglaubliches und kaum zu erschöpfendes Geschenk! Gerade die Zeitengebete werden von vielen Menschen ausschließlich "ahnend-gefühlsmäßig" aufgenommen; mit diesen Gesprächen, die den Charakter einer meditativen Durchdringung haben, besteht jetzt die Möglichkeit, die Ebene des ahnenden Hörens gedanklich zu erweitern: Das Hören der Weihehandlung kann tiefer und intensiver werden, wenn man regelmäßig, die häufig eher schwierigen Textpassagen zu Hause für sich liest, auf sich wirken lässt und meditiert. So geht es mir jedenfalls (Es wäre übrigens sinnvoll, seitens der Christengemeinschaft darüber nachzudenken, den Text der Weihehandlung in einer sorgfältig editierten Ausgabe zu veröffentlichen: Die Texte sind ja bereits seit 1994 nicht nur in verstreuter Form veröffentlicht in GA 343-345, sondern eben auch in einer etwas allzu einfachen BoD-Version vom CG-kritischen Forum Kultus).

Viele Menschen, die sich mit der Weihehandlung verbunden fühlen, haben eine gewisse Scheu, sich den Worten des Kultus auf dieser gedanklich-meditativen Weise zu nähern, ich kenne es von anderen und auch von mir selbst, dass einem manche Textpassagen seit vielen Jahren und Jahrzehnten durchaus vertraut sind, dass man sie aber nicht wirklich in ihrem spirituellen Gehalt und ihrer Bedeutung versteht.

Interessanterweise ist es manchmal auch trotz langjährigem Vertrautsein mit den Texten, nicht immer einfach oder eindeutig, zu erkennen, wer gerade in der jeweiligen Epistel spricht bzw. wer wen genau anspricht (Der Christus den einzelnen Menschen, die Gemeinde den Christus, der Priester stellvertretend für den Christus, usw.) - Wolfgang Weirauch fragt daher den Großen häufig direkt (z.B. bei der Stelle "Siehe, o Geist der Weltenferne und der Erdennähe") "Wer ist damit gemeint"; an anderen Stellen ganz einfach: "Wer spricht"?

Selbstverständlich ist das aktive Hören der Weihehandlung das zentrale Element; durch eine vorbereitende gedankliche Arbeit kann das Erleben dieses Gottesdienstes sich allerdings bewusstseinsmäßig mehr und mehr vertiefen: "Deswegen ist es gut, dass die Texte mittlerweile auch schriftlich vorliegen. Denn wenn man die Texte nur hört, ist man zuerst ausschließlich in der Lage, diese Texte mit dem Empfinden aufzunehmen und wird vermutlich erleben, dass der Verstand beim Hören wegen der nicht leicht zu verstehenden Ritualworte aushakt. Wenn man die Texte allerdings vorher schriftlich studiert, hat man während der Weihehandlung die größere Chance, mit seinem Bewusstsein mitzukommen" (S.10). Der Große stellt im weiteren Verlauf u.a. ausführlich dar, wie die seelische Konfiguration des Menschen, die Empfindungs-Verstandes- und Bewusstseinsseele, die Inhalte des Kultus in einer jeweils unterschiedlichen, bzw. sich ergänzenden Form, aufnehmen kann.

Ein solches Gespräch hat zur Voraussetzung, dass der Fragende lange mit seinen Fragen gelebt hat, man sieht es auch diesem Band an, dass der Kultus der CG ein Herzensanliegen von Wolfgang Weirauch ist. Durch seine jahrzehntelange Interviewertätigkeit hat er es zudem verinnerlicht, immer wieder nachzufragen, nachzuhaken, verstehen zu wollen, eine Aussage auf ihre Konkretheit bzw. Anwendbarkeit zu hinterfragen: Die Gefahr, dass es bei einer eher "allgemeinen", Antwort bleibt, wird dadurch radikal reduziert (Dieser Aspekt unterscheidet m.E. die Flensburger Hefte von vielen anderen anthroposophischen Büchern).

Schade nur, dass diese Bücher von einem größeren Teil der CG-Priesterschaft ignoriert werden, man hat anscheinend Schwierigkeiten, eine unbefangene, offene Haltung gegenüber diesen Aussagen und die damit verbundene Form der Vermittlung einzunehmen.

Wie gesagt, für mich ein äußerst bereicherndes Geschenk, was ich jetzt, in der Passions- und Osterzeit, gerade wieder neu erleben kann. Ich bin gespannt, ob es weitere Bücher aus der Reihe geben wird.

"Die Episteln sind Aufforderungen an den Menschen, sensibler für die gesamte Welt zu werden, die um den Menschen herum gestaltet ist und wirkt; sensibler zu werden für Naturgeister, für die Engel, für die Erdwesen und für alle anderen Wesen. Die Episteln sind die Fenster in die Welt. Sie sind zugleich die Fenster in die Jahreszeit" (S.82).

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